Mediation in der Sozialen Arbeit

Konflikte lauern nicht nur im privaten Umfeld, sondern auch und gerade am Arbeitsplatz zwischen Mitarbeitenden und Vorgesetzen bzw. zwischen den Klienten oder Klientinnen einer Einrichtung. Von allen wird eine hohe soziale Kompetenz insbesondere dann erwartet, wenn sich ein Konflikt entwickelt und dieser möglichst friedlich geregelt werden soll. Nach einer kurzen Definition des hier verwendeten Konfliktbegriffes, wird untersucht, wie das Instrument der »Mediation« zur Befriedung des Konfliktes beitragen kann.

Nicht jedes Problem ist ein Konflikt

Probleme sind zunächst sachlicher Natur, sie beziehen sich auf Sachinhalte und sind i.d.R. auf der Sachebene zu klären. Sie können schwierig zu lösen sein, aber in ihrer »reinen Form« sind sie nicht interpersonell, d.h. sie sind nicht auf der persönlichen Ebene angesiedelt (Duss-von Werdt 2011: 43f).

Konflikte entstehen, wenn eine Person subjektiv eine Verletzung und Bedrohung ihrer normativen Überzeugung erfährt (Montada & Kals 2007: 70 f.). Sie entstehen (vorwiegend) auf der Beziehungsebene (Duss-von Werdt 2011: 43f), wenn eine Partei sich über die Verletzung ihrer normativen Überzeugungen »empört«. Gleichzeitig ist wichtig festzuhalten, dass ein »Wettbewerb« (zwischen z.B. Sportlern) ebenso wenig einen Konflikt darstellt, wie grundsätzliche Unvereinbarkeiten bestimmter Positionen zwangsläufig einen Konflikt auslösen müssen.

Gleichwohl verschwimmen die Grenzen immer dann, wenn ein Konflikt nicht offen angesprochen wird und stattdessen Probleme »gewälzt« werden, wenn sich also z.B. geschiedene Elternteile vermeintlich über Besuchszeiten streiten, eigentlich aber immer noch der nicht aufgelöste Konflikt, der zur Trennung geführt hat, die Ursache für den Konflikt ist.

Zur Mediatorenrolle

Mediatoren gelten in einem Konflikt als »Vermittler« (Duss-von Werdt 2011: 37) oder »Katalysatoren« (Gläser 2014: 25). Eine ihrer wesentlichen Aufgaben besteht insbesondere darin, die Privatautonomie jeder am Konflikt beteiligten Person sicherzustellen Gerade in Konflikten, in denen ein ungleiches Machtgefälle zwischen den streitenden Parteien besteht, läuft der Mediator oder die Mediatorin Gefahr in das »negotiator’s dilemma« (Lax & Sebenius 1992; Glässer 2014: 42) zu rutschen: einer Konfliktlösung steht die Ausnutzung der Verhandlungsmacht gegenüber, der sich der oder die Mediator(in) nicht erwehren kann oder aber, wenn er oder sie sich in besonderer Weise für die schwächere Partei einsetzt, in einen Rollenkonflikt insofern gerät, als die stärkere Partei dem oder der Mediator(in) Parteinahme vorwirft und insofern die Unabhängig- oder Überparteilichkeit in Zweifel zieht.

Eine weitere Mediatorenaufgabe besteht gemäß der gängigen Definition darin, den Mediationsprozess zu strukturieren, sich dabei allparteilich zu verhalten und selbst keine Bewertungen, Erfahrungen oder Wünsche zu formulieren.

Darüber hinaus sollte der Prozess so geführt werden, dass die Parteien eine eigene Lösung finden.

Mediation ist ein vertraulicher Kommunikationsprozess streitender Parteien, der durch einen oder eine Mediator(in) strukturiert und geführt wird. An diesem Prozess nehmen alle Beteiligten freiwillig teil und übernehmen dabei Verantwortung für die einvernehmliche Lösung des Konfliktes selbständig.

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