Mediation im Gesundheitswesen

Wo immer Menschen einander begegnen, können sich – aus welchen Gründen
auch immer – Situationen entwickeln, die in mehr oder weniger offene Auseinandersetzungen münden, welche bis zu Streitereien eskalieren können, die letztendlich vor einem Gericht geklärt werden müssen. Eine solche Entwicklung ist für die Streitenden nicht nur nervenaufreibend und in hohem Maße belastend, sondern nicht selten mit hohen Kosten verbunden. Mit dem Urteil bleibt zudem häufig ein fader Nachgeschmack, da in der Regel keine der Parteien eindeutig als „Gewinner“ bezeichnet werden kann, sondern – je nach Sicht der Parteien – beide mehr oder weniger zu Kompromissen gezwungen werden.

Besonders schwierig sind solche justitiablen Auseinandersetzungen dann, wenn zwischen den beiden Parteien ein gewisses Machtgefälle bzw. ein Abhängigkeitsverhältnis besteht, wie es nicht selten zwischen Behandlern und Patienten besteht. Denn die Fachkompetenz von Ärzten offen anzuzweifeln und ggfs. juristische Schritte einzuleiten, fällt den meisten Menschen nach wie vor sehr schwer und so steigen zwar die ,,Klagen“ wegen Behandlungsfehler an, doch die Mehrzahl der von den Patienten vermuteten „Fehler“, landen nicht vor Gericht. In der jährlich vom MDK erstellten Jahresstatistik werden die offiziell erfassten Behandlungsfehler dargestellt. So wurden 2016 5038 Vorwürfe in der ambulanten Versorgung gemeldet, von denen sich 25,6 Prozent als Behandlungsfehler mit Schaden darstellten; in der stationären Versorgung waren 22,6 Prozent Behandlungsfehler mit Schaden von den insgesamt 10036 benannten Vorwürfen nachweisbar. (MDK 2017: 10)

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